Arzneimittelkriminalität

Was ist Arzneimittelkriminalität?

Das Arzneimittelgesetz (AMG) verbietet u.a. das Inverkehrbringen von

  • bedenklichen Arzneimitteln (das sind Arzneimittel, bei denen nach dem jeweiligen Stand der wissenschaftlichen Erkenntnisse der begründete Verdacht besteht, dass sie bei bestimmungsgemäßem Gebrauch schädliche Wirkungen haben, die über ein nach den Erkenntnissen der medizinischen Wissenschaft vertretbares Maß hinausgehen)
  • gefälschten Arzneimitteln oder Wirkstoffen
  • Arzneimitteln zu Dopingzwecken im Sport

Ob ein Arzneimittel bedenklich oder gefälscht ist, kann oft erst nach analytischer Untersuchung auf seine tatsächliche Zusammensetzung hin beurteilt werden. Hier kommt die InphA ins Spiel. Mehr zu unserer Arbeit im Bereich Arzneimittelfälschungen finden Sie hier.

Dopingmittel-Mengen-Verordnung (DmMV)

Hinsichtlich des Einsatzes von Arzneimitteln zu Dopingzwecken bestimmt die Dopingmittel-Mengen-Verordnung (DmMV) die nicht geringe Menge von bekannten Dopingmitteln, deren Besitz zu Dopingzwecken am Menschen nach § 6a Abs. 2a des Arzneimittelgesetzes (AMG) verboten ist.

Unterstützung der Strafverfolgung

Die InphA stellt ihre Laborausstattung und ihr Fachwissen u.a. auch in den Dienst von Staatsanwaltschaften und polizeilichen Ermittlungsbehörden in ganz Deutschland. Dabei unterstützen wir die laufenden Strafverfahren dank unseres für die spezifischen Problemstellungen sensibilisierten Personals mit schneller und exakter Analytik.

Ansprechpartner

Für Fragen zum Themenkomplex Analytik im Hinblick auf Arzneimitteldelikte stehen Ihnen Herr Dr. Christian Langfermann und Herr Dr. Frank Höper zur Verfügung.

Erfahrungen der InphA

Seit einigen Jahren steigt die Anzahl von Präparaten, die den Muskelaufbau beschleunigen sollen (Anabolika) und die vor allem bei Freizeitsportlern beschlagnahmten werden, deutlich an. Die Untersuchungen der InphA zeigen in jüngerer Zeit, dass zum Teil andere Stoffe zugesetzt oder andere Mengen enthalten sind, als es auf der Verpackung angegeben ist. Für die Strafverfolgungsbehörden ist in diesen Fällen entscheidend, wie viel von den jeweiligen verbotenen Substanzen enthalten ist, da sich danach auch die Strafbarkeit richtet.

Beispielhaftes Untersuchungsergebnis

Die Abbildung zeigt das Chromatogramm einer Anabolikaprobe: Anstelle des auf der Verpackung angegebenen Trenbolonacetats (hier für analytische Zwecke zugesetzt) wurde Nandrolonphenylpropionat entdeckt, eine ganz andere Dopingsubstanz. Für die Staatsanwaltschaft ist das eine entscheidende Information, da auch die Art der Substanz einen Einfluss auf das Strafmaß haben kann.

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